Deutsche Maschinenbauer wollen Energie einsparen

30.09.2022 | 08:30

Von Hans Bentzien

FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Maschinenbauer rechnen trotz grer werdender Probleme mit der Energieversorgung fr 2022 und teilweise aus 2023 mit einer steigenden nicht-preisbereinigten Produktion. Wie der Branchenverband VDMA nach einer Blitzumfrage mitteilte, erwartet jedoch mehr als die Hlfte der 641 befragten Unternehmen fr die nchsten sechs Monate eine Verschrfung der Lage bei Energie- und Rohstoffpreisen und erwgt Manahmen zur Energieeinsparung bis hin zum Verzicht auf energieintensive Produktionsschritte.

"Aktuell haben rund 90 Prozent der Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau keine Einschrnkungen der eigenen Produktion aufgrund der Probleme in der betrieblichen Energieversorgung", sagt VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers. "Doch die Aussichten verdstern sich: 57 Prozent der Unternehmen, also mehr als jedes Zweite, erwartet eine Verschrfung der Situation in den nchsten sechs Monaten", erlutert Wiechers.

Sorgen bereiten den Unternehmen nicht nur steigende Energie- und Rohstoffpreise. Im Fokus stehen vor allem Schwierigkeiten, berhaupt die Versorgungssicherheit mit Erdgas und Strom im eigenen Betrieb zu gewhrleisten. "Etwa zwei Drittel der Unternehmen, die auf der Suche nach einem Festpreisvertrag fr Erdgas sind, werden mangels Angebots der Versorger nicht fndig. Bei Strom sind es sogar sieben von zehn Unternehmen. Nicht selten kann der kurzfristige Bedarf nur ber den Spotmarkt gedeckt werden - zu volatilen Preisen und ohne vernnftige Planungssicherheit", warnt Wiechers.

Deshalb haben rund neun von zehn Unternehmen verschiedene Ausweichmanahmen angestoen. Fr 85 Prozent sind laut VDMA Einsparungen das erste Mittel der Wahl, um den Verbrauch im eigenen Unternehmen zu reduzieren. 36 Prozent weichen, wo immer mglich, auf andere Energietrger aus und fast jeder Dritte hat sein Einkaufsverhalten verndert. "Doch auch die Vermeidung oder Verlagerung von energieintensiven Produktionsschritten ist fr 16 Prozent der Unternehmen ein Thema", sagt der VDMA-Chefvolkswirt.

Speziell auf die absehbare Verknappung der Gaslieferungen bereiten sich demnach immer mehr Unternehmen konkret vor. "Die meisten Maschinenbauer prfen zunchst, welche Mglichkeiten sie im eigenen Betrieb haben, beispielsweise die Installation elektrischer oder lbefeuerter Back-up-Systeme. Aber auch eine engere Abstimmung mit dem eigenen Netzbetreiber oder mit den Lieferanten sehen viele als adquate Vorbereitungsmanahme an. Hier knnen Notfallplne gestaffelt nach Reduktionsgrad der Gaslieferungen fr Entlastung sorgen", erlutert Wiechers.

Der VDMA-Chefvolkswirt schlgt vor, eine staatliche Untersttzung fr Versorgungsunternehmen idealerweise an die Auflage zu koppeln, dass diese auch tatschlich wieder Festpreisvertrge anbieten.

Kontakt zum Autor: hans.bentzien@dowjones.com

DJG/hab/kla

(END) Dow Jones Newswires

September 30, 2022 02:30 ET (06:30 GMT)

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