Insider - Institute erwarten mehr Wachstum im kommenden Jahr

13.10.2021 | 14:16

- von Rene Wagner und Christian Kraemer

Berlin (Reuters) - Die künftige Bundesregierung kann den führenden Wirtschaftsinstituten zufolge in ihrem ersten Jahr mit einem kräftigen Aufschwung im Rücken loslegen.

Das Bruttoinlandsprodukt soll 2022 mit 4,8 Prozent doppelt so schnell wachsen wie im laufenden Jahr mit 2,4 Prozent, sagten mit der Herbstprognose vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Im Frühjahr hatten die Institute in ihrer Gemeinschaftsdiagnose für die Bundesregierung lediglich ein Wachstum von 3,9 Prozent für das kommende Jahr vorhergesagt.

Der Aufschwung fällt dafür 2021 wegen der akuten Materialengpässe in der Industrie eine Nummer kleiner aus als bislang vorhergesagt: Hier war bisher ein Plus von 3,7 Prozent erwartet worden. 2023 soll Europas größte Volkswirtschaft dann um knapp zwei Prozent zulegen. Im vergangenen Jahr war das Bruttoinlandsprodukt wegen der Corona-Krise um 4,6 Prozent eingebrochen. Aktuell behindern Engpässe bei Vorprodukten wie Halbleitern die Industrie.

INFLATION SOLL NACHLASSEN

Entspannung erwarten die Ökonomen bei der Inflation. Die Teuerungsrate dürfte wegen höherer Energiepreise in diesem Jahr mit durchschnittlich 3,0 Prozent wohl so hoch ausfallen wie seit 27 Jahren nicht mehr. Im kommenden Jahr soll sie aber auf 2,5 Prozent und 2023 dann sogar merklich unter die Zwei-Prozent-Marke fallen. Im September sind die Verbraucherpreise mit 4,1 Prozent so stark gestiegen wie seit 1993 nicht mehr. Dafür sorgten auch eine Reihe von Sondereffekten - etwa das extrem niedrige Ausgangsniveau bei den Rohstoffpreisen, Pandemie- und Lockdown-bedingte Nachholeffekte oder die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung im Kampf gegen die Corona-Krise in der zweiten Jahreshälfte 2020.

Die Gemeinschaftsdiagnose soll an diesem Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Sie dient der Bundesregierung als Basis für ihre eigenen Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden. Erarbeitet wird das Gutachten federführend vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom Ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH in Halle.

© Reuters 2021
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