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Verunsicherung über US-Zinspfad lähmt Europas Börsen

23.11.2022 | 15:38

Frankfurt (Reuters) - An Europas Aktienmärkten halten die Anleger zur Wochenmitte die Füße still. Der Dax gab bis zum Nachmittag 0,3 Prozent nach auf 14.373 Punkte, der EuroStoxx50 pendelten wenig verändert bei 3929 Zählern.

Auch an der Wall Street gab es vorbörslich kaum Bewegung. "Die Zinspolitik schwebt weiterhin wie ein Damoklesschwert über den Börsen und die steigenden Infektionszahlen in China schüren erneut Konjunktursorgen", sagte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG. Mit Spannung warteten Investoren auf die Protokolle der jüngsten Zinssitzung der US-Notenbank am Abend (MEZ), um weitere Rückschlüsse auf den künftigen Kurs der Währungshüter ziehen zu können. Allgemein wird an den Börsen mit einer langsameren Gangart seitens der US-Notenbank gerechnet. "Dennoch dürften die Zinsen weiter erhöht werden, um die Inflation weiter zu bekämpfen", sagte Henke. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, gab im Vorfeld 0,3 Prozent auf 106,93 Punkte nach.

Der Euro notierte fester bei 1,0321 Dollar, nachdem sich die Konjunkturaussichten in Europa weniger trüb zeigten als erwartet. Die Wirtschaft der Euro-Zone hat im November ihre Talfahrt überraschend verlangsamt, wie aus dem Einkaufsmanagerindex für die Privatwirtschaft des Finanzdienstleisters S&P Global hervorging. Der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel, wertete dies als Hoffnungssignal: "Möglicherweise kommt die Eurozone besser über die Wintermonate als bislang vermutet." In den USA fiel der Zuwachs der Auftragseingänge für langlebige Güter mit einem Prozent mehr als doppelt so hoch aus wie erwartet.

ÖLPREISE DREHEN NACH DETAILS ZU OBERGRENZEN INS MINUS

An den Rohstoffbörsen ging es mit den Ölpreisen nach anfänglichen Gewinnen nach unten. Die Ölsorte Brent aus der Nordsee sowie US-Leichtöl WTI verbilligten sich jeweils um knapp drei Prozent auf 85,88 und 78,88 Dollar je Barrel. Giovanni Staunovo, Rohstoffanalyst bei der UBS, wies darauf hin, dass die Preisobergrenze der G7-Staaten für russisches Öl über dem derzeitigen Kursniveau liegen könnte. Einem EU-Diplomaten zufolge dürfte der Deckel in einer Größenordnung von 65 bis 70 Dollar pro Barrel liegen. Refinitiv-Daten zufolge wird die russische Rohölsorte Urals-Öl, das nach Nordwesteuropa geliefert wird, zu Preisen zwischen 62 und 63 Dollar pro Barrel gehandelt. Im Mittelmeerraum liegt der Preis mit rund 68 Dollar je Barrel höher. Unter Druck setzen den Ölpreis zudem Spekulationen auf eine sinkende Nachfrage des größten Rohölimporteurs China. Der Wirtschaft der Volksrepublik machen wieder steigende Corona-Infektionen und verschärfte Restriktionen zu schaffen.

GELDABFLÜSSE BEI CREDIT SUISSE

Bei den Einzelwerten rückte die Credit Suisse mit einem erwarteten Vorsteuerverlust von rund 1,5 Milliarden Franken im Schlussquartal ins Rampenlicht. Die Kunden der krisengeplagten Großbank ziehen weiterhin Milliarden von dem Schweizer Institut ab. Die Aktien des Geldhauses sackten rund 3,5 Prozent ab. Vontobel-Analyst Andreas Venditti bezeichnete die massiven Nettoabflüsse im Wealth Management als "sehr besorgniserregend".

Einen Bogen machten Anleger nach einer Herabstufung auch um Siemens Healthineers. Die Aktien des Medizintechnik-Konzerns rutschten mit einem Kursminus von rund drei Prozent ans Dax-Ende. Die Analysten von Jefferies setzten die Titel auf "Hold" von zuvor "Buy". Angesichts von Personalknappheit und höheren Finanzierungs- sowie Baukosten zeigten sich die Experten der Investmentbank vorsichtig mit Blick auf das Auftragswachstum im nächsten Jahr.

Dagegen griffen Investoren bei Glencore zu. Die Titel des Bergbau- und Rohstoffhändlers zogen in London mehr als drei Prozent an, nachdem sich der Konzern beim Verkauf einer Kupfermine in Australien durchgesetzt hat. Das in den USA börsennotierte SPAC-Unternehmen Metal Acquisition habe geänderten Zahlungsbedingungen des 1,1 Milliarden Dollar schweren Deals zugestimmt.

(Bericht von Anika Ross, Stefanie Geiger, redigiert von Hans Seidenstücker.; Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte)

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