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Aktien Schweiz: SMI im Spannungsfeld zwischen Bangen und Hoffen

16.08.2022 | 11:31

Zürich (awp) - Am Schweizer Aktienmarkt halten sich die Investoren am Dienstag zurück. Die Volumen seien nach wie vor tief. Dies liege daran, dass nach wie vor viele Akteure in den Ferien seien. In diesem Umfeld seien die Kurse dann allerdings auch anfälliger für etwas volatilere und willkürliche Schwankungen, heisst es im Handel. Dass die wichtigsten Schweizer Indizes im Minus notieren, dürfte vor allem an enttäuscht aufgenommenen Zahlen aus dem Medtech-Sektor liegen.

Generell sei zu beobachten, dass nach den lang dominierenden Inflationssorgen nun die wirtschaftlichen Risiken verstärkt in den Blickpunkt der Anleger rücken. Hierzu hätten die zuletzt eher schwächer ausgefallenen Wirtschaftsdaten beigetragen. Darüber hinaus wurden in den letzten Tagen die Hoffnungen auf eine weniger aggressive Straffung der US-Geldpolitik zunichte gemacht. So hatten einige Fed-Beamte davor gewarnt, dass die derzeitige Politik fortgesetzt werde. Entsprechend gespannt warten Investoren denn auch auf das FOMC-Protokoll, das am morgigen Mittwoch auf der Agenda steht. Ernüchternd ist unterdessen der ZEW-Index in Deutschland ausgefallen. Die befragten Finanzmarktanalysten rechnen mit einem schweren konjunkturellen Absturz für die deutsche Wirtschaft.

Der SMI notiert gegen 11.15 Uhr mit -0,33 Prozent auf 11'134,24 Punkten tiefer. Der SLI, in dem die 1030 wichtigsten Aktien enthalten sind, fällt um 0,91 Prozent auf 1725,96 Punkte und der breite SPI um 0,60 Prozent auf 14'414,98 Zähler. Der SLI ist in 17 Verlierer und 13 Gewinner aufgeteilt.

Das Hauptaugenmerk gilt erst einmal den beiden Medizinaltechnikern Straumann und Sonova, die beide deutlich absacken. Während bei Straumann (-9,7%) die Tatsache enttäuscht, dass der Implantatehersteller nicht wie erhofft seine Guidance erhöht hat, überraschte Sonova (-14%) mit einer Gewinnwarnung. Auslöser ist eine schlechtere Nachfrage in einigen Schlüsselmärkten.

Dabei hat der Dentalimplantatehersteller Straumann im ersten Halbjahr sowohl beim Umsatz als auch beim Kern-EBIT die jeweiligen Analystenerwartungen übertroffen. Bei JPMorgan meint der zuständige Analyst, dass die beibehaltenen Jahresvorgaben auf eine deutliche Verlangsamung in der zweiten Jahreshälfte schliessen lassen.

Derweil erklärte der Hörsystem-Spezialist Sonova, dass der Umsatz vor allem durch das verhaltene Wachstum im amerikanischen Privatmarkt beeinträchtigt werde.

Mit einigem Abstand folge Zykliker wie Geberit, die beiden Uhrenhersteller Richemont und Swatch sowie Sika. Die Aktien fallen um bis zu 2,2 Prozent. Sie alle gehören zu jenen Vertretern, die unter einem sich abschwächenden Wirtschaftswachstum litten.

Dabei galten gerade die Luxusgüterhersteller lange Zeit als vergleichsweise krisenresistent. Doch die vielen aktuellen Krisenherde wie der Ukrainekrieg, die drohende Energieknappheit und rekordhohe Inflation scheinen doch nicht einfach so abzuperlen. Wie zudem die DZ Bank festhält, scheint das Chinageschäft speziell Richemont auch weiterhin Probleme zu bereiten.

Während die Schwergewichte am Vortag noch dafür gesorgt haben, dass sich der SMI besser hält als seine Pendants wie Dax und Cac-40, ist es am Dienstagvormittag genau umgekehrt. Während die wichtigsten europäischen Börsenindizes zulegen, ziehen die Kursverluste bei Nestlé (-0,8%) und Roche (-0,3%) den Gesamtmarkt nach unten. Novartis (+0,6%) federn diese Effekt nur begrenzt ab.

Generell freundlich tendieren zudem einige Technologie- und Finanzwerte. AMS Osram (+0,8%) grenzen ihre Verluste seit Jahresbeginn (-50%) minimal ein. Auch Logitech (+0,1%) gewinnen leicht hinzu.

Nahezu geschlossen im Plus notieren die Bank- und Versicherungsaktien. Allen voran gewinnen die Aktien der CS (+0,9%). Swiss Life, UBS, Julius Bär, Zurich und Swiss Re folgen mit Gewinnen von bis zu 0,5 Prozent.

In den hinteren Reihen stemmen sich Huber+Suhner (+1,3%) nach Zahlen und einem erhöhten Ausblick gegen den insgesamt etwas vorsichtigen Trend. Dagegen fallen Medartis, Basilea, Orior sowie Swiss Stelle nach Semesterzahlen durch die Bank nach Zahlen um bis zu 3,1 Prozent zurück.

hr/rw

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