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Insolvenzverwalter will mit Eigner der MV Werften sprechen

13.01.2022 | 13:21

Wismar/Hamburg (Reuters) - Nach der Pleite der MV Werften will der vorläufige Insolvenzverwalter den Eigner Genting aus Hongkong in die Rettung der Arbeitsplätze einbinden.

Ein Sprecher sagte, Rechtsanwalt Christoph Morgen wolle Kontakt mit Konzernchef Colin Au aufnehmen. Dazu sei am Freitagvormittag eine Videoschalte geplant. Der Sanierungsexperte will nach früheren Angaben die Bundesregierung und die Landesregierung, die Betriebsräte, die IG Metall und Genting an einen Tisch holen, um das Kreuzfahrtschiff "Global One" auf der Werft in Wismar zu Ende zu bauen. Das zu drei Vierteln fertiggestellte Schiff ist mit 2500 Kabinen für 9500 Passagiere konzipiert.

Morgen selbst erläuterte den Beschäftigten auf der Werft am Donnerstag seine Pläne: "Es gibt ganz wenig Werften auf der Welt, die so ein Schiff bauen können. Wir müssen alles daran setzen, dieses Schiff hier zu Ende zu bauen", sagte er im Anschluss vor Journalisten in Wismar. Es sei keinesfalls so, dass Genting Sahnestücke aus der Gruppe zurückhalten könne, für die keine Insolvenz angemeldet worden sei. "Alles, was in Mecklenburg-Vorpommern zu der MV Werftengruppe gehört, ist am Ende hier in der Insolvenzmasse vorhanden", betonte der Rechtsanwalt.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte, es sei bitter für die Beschäftigten, die seit vielen Jahren an dem Schiff arbeiteten, zu sehen, dass die Werften nun insolvent seien. Sie sei sicher, dass es auch nach der Pandemie wieder viel Nachfrage nach Kreuzfahrten gebe und dieses Schiff gebraucht werde.

Die MV Werften mit zuletzt knapp 2000 Mitarbeitern an Standorten in Rostock, Wismar und Stralsund sowie der Lloyd Werft in Bremerhaven hatten zu Wochenanfang Insolvenz angemeldet. Zuvor war in Verhandlungen von Bund und Land mit Genting keine Lösung für die weitere Finanzierung gefunden worden. Während die Bundesregierung Genting die Schuld für die Pleite gab, macht der Eigentümer die deutsche Seite für den Liquiditätsengpass verantwortlich.

Die Aktien des asiatischen Eigners nahmen den Handel in Hongkong mit herben Verlusten wieder auf. Die Papiere fielen am Donnerstag nach einer viertägigen Handelspause um 56,2 Prozent - der größte Tagesverlust seit dem Börsendebüt im November 2000. Das Kreuzfahrtunternehmen kann nach eigenen Angaben infolge der Pleite in Deutschland Kredite über knapp 2,8 Milliarden Dollar nicht mehr bedienen.

© Reuters 2022
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