Bayern ist Hauptimporteur russischer Waren - vor Brandenburg

23.11.2022 | 10:43

Berlin (Reuters) - Bayern ist der Hauptabnehmer russischer Importe in Deutschland.

Von Januar bis September gingen mehr als ein Fnftel (22,0 Prozent) der Wareneinfuhren aus dem kriegsfhrenden Land in den Freistaat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Das entspricht einem Wert von 6,6 Milliarden Euro. Danach folgten in diesem Lndervergleich Brandenburg mit einem Anteil von 14,2 Prozent (4,2 Milliarden Euro), gefolgt von Nordrhein-Westfalen mit 11,7 Prozent (3,5 Milliarden Euro). Russland hat am 24. Februar die Ukraine berfallen und wurde deshalb mit westlichen Sanktionen belegt.

Whrend die Importe aus Russland nach Bayern in den ersten neun Monaten 2022 aufgrund der stark gestiegenen Preise fr Rohstoffe und Energieprodukte wertmig um mehr als die Hlfte (+54,9 Prozent) zum Vorjahreszeitraum stiegen, sank die gelieferte Menge um mehr als ein Drittel (-38,4 Prozent). Auch in anderen Bundeslndern wie Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gab es inflationsbedingt starke Unterschiede zwischen der wert- und mengenmigen Entwicklung.

Bayern und Brandenburg bezogen vor allem Erdl und Erdgas aus Russland. Wertmig lag der Anteil dieser beiden Rohstoffe an den gesamten Importen Bayerns bei 92,2 Prozent (6,1 Milliarden Euro). In Brandenburg machte der Anteil sogar 98,6 Prozent aus (4,2 Milliarden Euro). Bundesweit hatten Erdgas und Erdl lediglich einen Anteil von 55,0 Prozent (16,6 Milliarden Euro) an den Einfuhren aus Russland. Fr Nordrhein-Westfalen waren Metalle mit 29,5 Prozent (1,0 Milliarden Euro) das wichtigste Importgut. Auf Rang zwei lag Kohle mit 28,5 Prozent (1,0 Milliarden Euro), erst auf Rang drei folgten Erdl und Erdgas mit 15,3 Prozent (0,5 Milliarden Euro).

Bei den Exporten nach Russland hatten in Nordrhein-Westfalen produzierte Waren von Januar bis September den hchsten Anteil im Bundeslnder-Vergleich: NRW lieferte 15,0 Prozent (1,7 Milliarden Euro) der deutschen Gesamtexporte nach Russland. Auf den Rngen zwei und drei folgten Baden-Wrttemberg mit 13,6 Prozent (1,6 Milliarden Euro) und Bayern mit 10,7 Prozent (1,2 Milliarden Euro). Aus Deutschland nach Russland exportiert wurden den Angaben nach in groem Umfang auch Waren auslndischen Ursprungs. Das sind Waren, die nicht in Deutschland produziert, sondern nur zwischengehandelt werden und keinem Bundesland zugeordnet werden knnen. Der Anteil solcher Waren mit nicht-deutschem Ursprung an den Gesamtexporten nach Russland lag bei 30,6 Prozent.

(Bericht von Rene Wagner, redgiert von Christian Rttger - Bei Rckfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com)

Reuters 2022
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